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<p>Liebe Netzwerk-Mitglieder,</p>
<p>vom 10. bis zum 12. September 2026 richtet die Kustodie der OVGU
Magdeburg die Jahrestagung für Universitätssammlungen aus. Das
Tagungsthema ist "Wieder(Instandsetzung). Modifizierendes Bewahren
als Sammlungspraxis". Wir freuen uns über Vorschläge für
Einzelbeiträge, Panels, Objektpräsentationen, Workshops und
Poster. Einreichungen sind bis zum 12.4. unter <a class="moz-txt-link-abbreviated" href="mailto:kustodie@ovgu.de">kustodie@ovgu.de</a>,
Betreff "CfP (Wieder)Instandsetzen", möglich. Unten unser CfP.
Diesen finden Sie auch unter <a class="moz-txt-link-abbreviated" href="http://www.3ios.ovgu.de">www.3ios.ovgu.de</a>.</p>
<p>Herzliche Grüße,</p>
<p>Dominique Merdes</p>
<p><br>
</p>
<p><b>Jahrestagung für Universitätssammlungen</b><br>
<br>
<b>(Wieder)Instandsetzung</b> <br>
<i>Modifizierendes Bewahren als Sammlungspraxis</i><br>
<br>
Die 17. Jahrestagung für Universitätssammlungen findet vom 10. bis
12. September 2026 an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
(OVGU) statt. Sie wird gemeinsam von der Kustodie der OVGU und der
Gesellschaft für Universitätssammlungen e. V. (GfU) veranstaltet.</p>
<p>Die Vielfalt der in Universitätssammlungen aufbewahrten
Objektgruppen bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte, um über Praxen
des (Wieder)Instandsetzens nachzudenken. Die Frage, wie Objekte
(wieder)instandgesetzt werden können und was mit Objekten in
Prozessen der (Wieder)Instandsetzung passiert, lässt sich unter
anderem am Beispiel historischer elektronischer Geräte
diskutieren. Im Projekt 3ioS werden an der Kustodie der OVGU
Magdeburg ehemals in DDR-Krankenhäusern verwendete
medizintechnische Geräte so (wieder)instandgesetzt, dass einzelne
Funktionen in der interdisziplinären Lehre und Forschung
eingebunden werden können. Mit der Reaktivierung historischer
Sammlungsobjekte ist die Frage verbunden, ob der Auftrag,
universitäres Kulturgut zu bewahren, in erster Linie auf den
Substanz- oder Funktionserhalt abzielen sollte. Diese Debatte
wurde unter anderem auf der 7. Sammlungstagung in Freiberg
geführt. Dort zeigte sich, dass hinsichtlich ganz
unterschiedlicher Objekte – z.B. Dampfmaschinen, Saurierknochen
und Münzen – von (Wieder)Instandsetzung gesprochen werden kann.1
Daran anknüpfend möchte die 17. Jahrestagung für
Universitätssammlungen 2026 Funktion, Substanz und Erhalt unter
dem kritischen Begriff der (Wieder)Instandsetzung als
modifizierendes Bewahren neu verhandeln.</p>
<p>(Wieder)Instandsetzung betont die Möglichkeit, Objekte in
unterschiedlichste aktuelle Anwendungs- oder
Forschungszusammenhänge einbinden zu können. Diese generieren
objektgeschichtliches aber auch anderes objektbezogenes Wissen,
z.B. durch die sinnlich-funktionale Bereicherung des Objekts. Das
Konzept orientiert sich in diesem Zusammenhang am Reparieren als
„Wandlungsprozess […], der Diskontinuität und Dauer neu
konfiguriert, ohne diese Spannung aufzulösen“ und an den
performativen „RRR“ Methoden („Reconstruction, Re-enactment,
Replication, Reproduction and Re-working“), die explizit lineare
Zeitlichkeiten ebenso wie die Unterscheidungen zwischen Original
und Kopie hinterfragen.2 Es ist demnach die Produktivität der
Lücke, der Unterbrechung zwischen unterschiedlichen – z.B.
vergangenen und gegenwärtigen – Funktionsgefügen, die unter dem
Begriff der (Wieder)Instandsetzung nutzbar gemacht wird. </p>
<p>Die Jahrestagung möchte sich die Mannigfaltigkeit
wissenschaftlicher Sammlungen zu Nutze machen, um Fragen nach dem
Erhalt von Funktionen und Praktiken der (Wieder)Instandsetzung aus
unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Beispielsweise kann
aus einer postkolonialen Perspektive die in Sammlungen
überlieferte Funktionalität von Objekten in Frage gestellt werden.
Lässt sich die Funktion von im Zuge des Kolonialismus angeeigneten
Objekten überhaupt „bewahren“ oder (wieder)instandsetzen, wenn die
bewahrende Institution ihren Anwendungsrahmen mitunter ausgelöscht
hat? Vor diesem Hintergrund sind Beiträge zu den folgenden Fragen,
aber ebenso weitere Themenvorschläge, willkommen:</p>
<p> • Wie können Sammlungsobjekte (wieder)instandgesetzt werden? <br>
• Was geschieht mit konkreten Objekten in
(Wieder)Instandsetzungsprozessen? <br>
• Welche Beziehungen bestehen zwischen restauratorischen
Praktiken und (Wieder)Instandsetzung?<br>
• Wie wirkt sich der Umgang mit spezifischen Objektgruppen,
z.B. Instrumenten, Tonträgern, Software oder industriellen
Dampfmaschinen, auf das Konzept des (Wieder)Instandsetzung aus?<br>
• Welche Rolle kommt interdisziplinärer und außerakademischer
Expertise bei der (Wieder)Instandsetzung zu?<br>
• Wo liegen die Potenziale und Grenzen musealer
(Wieder)Instandsetzungspraktiken?<br>
<br>
Zudem wird das bei der Wiener Sammlungstagung 2022 erstmals
erprobte Sonderformat der „object lesson“ wieder aufgegriffen:
Dazu erbitten wir Vorschläge für analoge Objektpräsentationen vor
Ort: sie sollen Spezifika, historische Spuren oder besondere
Qualitäten aufzeigen, die anhand eines mitgebrachten Objekts
vorgestellt werden und im Idealfall spezifische
Erkenntnismöglichkeiten, die durch das Dingliche entstehen,
eröffnen.<br>
<br>
In Planung sind folgende Formate:<br>
• Einzelbeiträge (15 Minuten), <br>
• Panels (3–4 Beiträge à 15 Minuten)<br>
• Workshops (60–90 Minuten)<br>
• Poster-Session (A1)<br>
• object lesson<br>
<br>
Die Tagungssprachen sind Englisch und Deutsch. Bitte senden Sie
Ihren Vorschlag für einen Beitrag in Form eines Abstracts von max.
400 Wörtern und eine Kurzbiographie mit dem Betreff „CfP
(Wieder)Instandsetzen“ bis zum 12. April 2026 per E-Mail an die
folgende Adresse: <a class="moz-txt-link-abbreviated" href="mailto:kustodie@ovgu.de">kustodie@ovgu.de</a>. Die Tagung wird im Rahmen des
BMFTR-geförderten Projekts 3ioS von Dominique Merdes, Theresa
Stampfer und Clemens Janke organisiert. Weitere Informationen zur
Tagung finden Sie unter <a class="moz-txt-link-abbreviated" href="http://www.3ios.ovgu.de">www.3ios.ovgu.de</a>.<br>
</p>
<p>Die GfU vergibt bis zu 20 Reisekostenpauschalen in Höhe von 200 €
an Teilnehmende der Tagung auf Antrag. Voraussetzungen für die
Gewährung sind eine aktive Teilnahme mit Präsentation, Poster,
Vortrag oder Beitrag in einem Workshop; die Pauschalen werden
bevorzugt an Studierende und/oder Promovierende vergeben, die über
nicht mehr als eine 50%-Stelle verfügen und wenn es keine
Förderung seitens der Heimat-Institute
(Dienstreisekostenerstattung) gibt. Die Bewerbung erfolgt formlos
bis zum 1. August 2026 an den Schriftführer der GfU, Prof. Dr.
Ernst Seidl: <a class="moz-txt-link-abbreviated" href="mailto:sekretariat@museum.uni-tuebingen.de">sekretariat@museum.uni-tuebingen.de</a>.<br>
</p>
<p>Darüber hinaus vergibt die GfU drei Posterpreise für gelungene
Posterpräsentationen (1. Preis = 300,00 €, 2. Preis = 200,00 €, 3.
Preis = 100,00 € und jeweils eine kostenlose Mitgliedschaft in der
GfU für ein Jahr). Diese werden während der Abschlussveranstaltung
verliehen. Die Kriterien für die Posterprämierung sind die
Beachtung der Spezifik des Mediums Poster/Plakat, also das
Verhältnis von Bildraum und Text, die gestalterische Konsistenz,
Farbigkeit, Typografie, die
Bildnutzung/-Auswahl/-Aufteilung/-Qualität, die Kürze und
Pointierung der Inhalte, die Verständlichkeit des Projekts, des
Ziels und des Wegs sowie die mündliche Präsentation während der
Sammlungstagung.
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</p>
<p><br>
</p>
<pre class="moz-signature" cols="72">--
Dr. Dominique Merdes [Pronomen: egal/Anrede: keine]
Abteilung für Geschichte der Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Pharmaziegeschichte
TU Braunschweig
Beethovenstr. 55
38106 Braunschweig</pre>
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