[GWMT Forum] CfP Jahrestagung für Universitätssammlungen 2026

Dominique Merdes dominique.merdes at tu-bs.de
Do Feb 12 12:47:26 CET 2026


Liebe Netzwerk-Mitglieder,

vom 10. bis zum 12. September 2026 richtet die Kustodie der OVGU 
Magdeburg die Jahrestagung für Universitätssammlungen aus. Das 
Tagungsthema ist "Wieder(Instandsetzung). Modifizierendes Bewahren als 
Sammlungspraxis". Wir freuen uns über Vorschläge für Einzelbeiträge, 
Panels, Objektpräsentationen, Workshops und Poster. Einreichungen sind 
bis zum 12.4. unter kustodie at ovgu.de, Betreff "CfP 
(Wieder)Instandsetzen", möglich. Unten unser CfP. Diesen finden Sie auch 
unter www.3ios.ovgu.de.

Herzliche Grüße,

Dominique Merdes


*Jahrestagung für Universitätssammlungen*

*(Wieder)Instandsetzung*
/Modifizierendes Bewahren als Sammlungspraxis/

Die 17. Jahrestagung für Universitätssammlungen findet vom 10. bis 12. 
September 2026 an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) 
statt. Sie wird gemeinsam von der Kustodie der OVGU und der Gesellschaft 
für Universitätssammlungen e. V. (GfU) veranstaltet.

Die Vielfalt der in Universitätssammlungen aufbewahrten Objektgruppen 
bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte, um über Praxen des 
(Wieder)Instandsetzens nachzudenken. Die Frage, wie Objekte 
(wieder)instandgesetzt werden können und was mit Objekten in Prozessen 
der (Wieder)Instandsetzung passiert, lässt sich unter anderem am 
Beispiel historischer elektronischer Geräte diskutieren. Im Projekt 3ioS 
werden an der Kustodie der OVGU Magdeburg ehemals in DDR-Krankenhäusern 
verwendete medizintechnische Geräte so (wieder)instandgesetzt, dass 
einzelne Funktionen in der interdisziplinären Lehre und Forschung 
eingebunden werden können. Mit der Reaktivierung historischer 
Sammlungsobjekte ist die Frage verbunden, ob der Auftrag, universitäres 
Kulturgut zu bewahren, in erster Linie auf den Substanz- oder 
Funktionserhalt abzielen sollte. Diese Debatte wurde unter anderem auf 
der 7. Sammlungstagung in Freiberg geführt. Dort zeigte sich, dass 
hinsichtlich ganz unterschiedlicher Objekte – z.B. Dampfmaschinen, 
Saurierknochen und Münzen – von (Wieder)Instandsetzung gesprochen werden 
kann.1 Daran anknüpfend möchte die 17. Jahrestagung für 
Universitätssammlungen 2026 Funktion, Substanz und Erhalt unter dem 
kritischen Begriff der (Wieder)Instandsetzung als modifizierendes 
Bewahren neu verhandeln.

(Wieder)Instandsetzung betont die Möglichkeit, Objekte in 
unterschiedlichste aktuelle Anwendungs- oder Forschungszusammenhänge 
einbinden zu können. Diese generieren objektgeschichtliches aber auch 
anderes objektbezogenes Wissen, z.B. durch die sinnlich-funktionale 
Bereicherung des Objekts. Das Konzept orientiert sich in diesem 
Zusammenhang am Reparieren als „Wandlungsprozess […], der Diskontinuität 
und Dauer neu konfiguriert, ohne diese Spannung aufzulösen“ und an den 
performativen „RRR“ Methoden („Reconstruction, Re-enactment, 
Replication, Reproduction and Re-working“), die explizit lineare 
Zeitlichkeiten ebenso wie die Unterscheidungen zwischen Original und 
Kopie hinterfragen.2 Es ist demnach die Produktivität der Lücke, der 
Unterbrechung zwischen unterschiedlichen – z.B. vergangenen und 
gegenwärtigen – Funktionsgefügen, die unter dem Begriff der 
(Wieder)Instandsetzung nutzbar gemacht wird.

Die Jahrestagung möchte sich die Mannigfaltigkeit wissenschaftlicher 
Sammlungen zu Nutze machen, um Fragen nach dem Erhalt von Funktionen und 
Praktiken der (Wieder)Instandsetzung aus unterschiedlichen Blickwinkeln 
zu betrachten. Beispielsweise kann aus einer postkolonialen Perspektive 
die in Sammlungen überlieferte Funktionalität von Objekten in Frage 
gestellt werden. Lässt sich die Funktion von im Zuge des Kolonialismus 
angeeigneten Objekten überhaupt „bewahren“ oder (wieder)instandsetzen, 
wenn die bewahrende Institution ihren Anwendungsrahmen mitunter 
ausgelöscht hat? Vor diesem Hintergrund sind Beiträge zu den folgenden 
Fragen, aber ebenso weitere Themenvorschläge, willkommen:

     • Wie können Sammlungsobjekte (wieder)instandgesetzt werden?
     • Was geschieht mit konkreten Objekten in 
(Wieder)Instandsetzungsprozessen?
     • Welche Beziehungen bestehen zwischen restauratorischen Praktiken 
und (Wieder)Instandsetzung?
     • Wie wirkt sich der Umgang mit spezifischen Objektgruppen, z.B. 
Instrumenten, Tonträgern, Software oder industriellen Dampfmaschinen, 
auf das Konzept des (Wieder)Instandsetzung aus?
     • Welche Rolle kommt interdisziplinärer und außerakademischer 
Expertise bei der (Wieder)Instandsetzung zu?
     • Wo liegen die Potenziale und Grenzen musealer 
(Wieder)Instandsetzungspraktiken?

Zudem wird das bei der Wiener Sammlungstagung 2022 erstmals erprobte 
Sonderformat der „object lesson“ wieder aufgegriffen: Dazu erbitten wir 
Vorschläge für analoge Objektpräsentationen vor Ort: sie sollen 
Spezifika, historische Spuren oder besondere Qualitäten aufzeigen, die 
anhand eines mitgebrachten Objekts vorgestellt werden und im Idealfall 
spezifische Erkenntnismöglichkeiten, die durch das Dingliche entstehen, 
eröffnen.

In Planung sind folgende Formate:
     • Einzelbeiträge (15 Minuten),
     • Panels (3–4 Beiträge à 15 Minuten)
     • Workshops (60–90 Minuten)
     • Poster-Session (A1)
     • object lesson

Die Tagungssprachen sind Englisch und Deutsch. Bitte senden Sie Ihren 
Vorschlag für einen Beitrag in Form eines Abstracts von max. 400 Wörtern 
und eine Kurzbiographie mit dem Betreff „CfP (Wieder)Instandsetzen“ bis 
zum 12. April 2026 per E-Mail an die folgende Adresse: kustodie at ovgu.de. 
Die Tagung wird im Rahmen des BMFTR-geförderten Projekts 3ioS von 
Dominique Merdes, Theresa Stampfer und Clemens Janke organisiert. 
Weitere Informationen zur Tagung finden Sie unter www.3ios.ovgu.de.

Die GfU vergibt bis zu 20 Reisekostenpauschalen in Höhe von 200 € an 
Teilnehmende der Tagung auf Antrag. Voraussetzungen für die Gewährung 
sind eine aktive Teilnahme mit Präsentation, Poster, Vortrag oder 
Beitrag in einem Workshop; die Pauschalen werden bevorzugt an 
Studierende und/oder Promovierende vergeben, die über nicht mehr als 
eine 50%-Stelle verfügen und wenn es keine Förderung seitens der 
Heimat-Institute (Dienstreisekostenerstattung) gibt. Die Bewerbung 
erfolgt formlos bis zum 1. August 2026 an den Schriftführer der GfU, 
Prof. Dr. Ernst Seidl: sekretariat at museum.uni-tuebingen.de.

Darüber hinaus vergibt die GfU drei Posterpreise für gelungene 
Posterpräsentationen (1. Preis = 300,00 €, 2. Preis = 200,00 €, 3. Preis 
= 100,00 € und jeweils eine kostenlose Mitgliedschaft in der GfU für ein 
Jahr). Diese werden während der Abschlussveranstaltung verliehen. Die 
Kriterien für die Posterprämierung sind die Beachtung der Spezifik des 
Mediums Poster/Plakat, also das Verhältnis von Bildraum und Text, die 
gestalterische Konsistenz, Farbigkeit, Typografie, die 
Bildnutzung/-Auswahl/-Aufteilung/-Qualität, die Kürze und Pointierung 
der Inhalte, die Verständlichkeit des Projekts, des Ziels und des Wegs 
sowie die mündliche Präsentation während der Sammlungstagung.


-- 
Dr. Dominique Merdes [Pronomen: egal/Anrede: keine]
Abteilung für Geschichte der Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Pharmaziegeschichte
TU Braunschweig
Beethovenstr. 55
38106 Braunschweig
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